Die Koordinatorin der TDF-Städtegruppe Dagmar Moeller-Bartelmann moderierte versiert den Abend und freute sich mit allen an der Organisation Beteiligten über das anschließende lebendige und informative Publikumsgespräch. Ganz besonders begrüßte sie auch die Anwesenheit des neuen Landrats, Herr Kai Seefried, der – seit erst 4 Tagen im Amt - es sich trotzdem nicht nehmen ließ, zu dem Filmabend zu kommen. Dieses Engagement betont die Koordinatorin der Städtegruppe mit Goethes Worten:
„Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun!“
Und dieser Spruch bezieht sich auch auf die Filmvorführung „Kein Job wie jeder andere“.
Ein Jahr lang hat die Regisseurin zum Thema Prostitution recherchiert. Sie sprach mit ehemaligen Prostituierten und auch mit Sexarbeiterinnen, die betonen, dass sie diesen Job gerne machen. Sie interviewte Ärzte, Psychotherapeutinnen und Sozialwissenschaftlerinnen. Die Einblicke, die sie dabei erhielt, sind vielseitig, aber auch kontrovers. Sie reichen von der Einschätzung der Prostitution als einer normalen Dienstleistung bis zur Aussage, sie sei Gewalt an Frauen.
In Deutschland hält sich der Mythos von der selbstbestimmten Prostitution, der Film aber zeigt eine andere Realität auf. Frauen arbeiten
in der Regel als Armuts- und Zwangsprostituierte unter menschenverachtenden Bedingungen.
Landrat Kai Seefried, Filmemacherin Nathalie Suthor, Dagmar-Möller-Bartelmann, Karina Holst© Hansestadt Stade „Wollen wir in dieser Gesellschaft von Frauen-und Menschenrechtsverletzungen leben?“, fragte die Gleichstellungsbeauftragte Karina Holst.
Die Männer, die an dem Abend teilnahmen, äußerten, dass es wichtig sei, sich gerade auch als Mann dringend mit dem Thema zu beschäftigen und forderten dazu auf, sich öffentlich zu positionieren. Den Anfang machte Landrat Kai Seefried mit seiner Anwesenheit und als letzter Redner mit seinen positiven Worten über die RotlichtAus-Kampagne einer klaren Positionierung gegen die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution.
Das landkreisweite Bündnis „RotlichtAus?!“ will die Öffentlichkeit aufklären und sensibilisieren für die Problematik der Verhältnisse in der Prostitution.
Der Filmabend hat dazu beigetragen, auch dank der engagierten Regisseurin, Frau Nathalie Suthor, die kompetent auf die vielen Zuschauerfragen eingegangen ist.
Die nächste Veranstaltung wird ausgerichtet von dem Soroptimisten Club Buxtehude in Kooperation mit der Buxtehuder Gleichstellungsbeauftragten am 15. Januar in Buxtehude. Der Titel: „Prostitution hat eine Vorgeschichte.“ Berichten wird eine ehemalige Prostituierte und jetzige Psychotherapeutin.
Weitere Informationen über : https://rotlichtaus-lk-stade.de/
