Prof. Dr. Hubert Meyer, Geschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Matthias Mueller, Nils Jacobs und Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer während der Preisverleihung© Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH, 2024Der mit 20.000 Euro dotierte Preis des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz würdigt das Engagement der Hansestadt Stade, eine der ersten emissionsfreien Altstädte im Norden Niedersachsens zu schaffen. Im Rahmen eines integrierten energetischen Quartierskonzepts hat die Hansestadt Stade ein innovatives Wärmenetz entwickelt, das auf regenerativen Energiequellen basiert. Dieses Konzept sieht vor, die Abwärme des örtlichen Klärwerks für die Grundlastversorgung zu nutzen, während die Mittellast durch Umweltwärme aus der Schwinge und durch Biomethan-betriebene Blockheizkraftwerke gedeckt wird. Für die Spitzenlast wird laut Konzept ein Elektrodenkessel eingesetzt, der im Power-to-Heat-Verfahren arbeitet.
Die konzeptionelle Studie, die den Grundstein für das Wärmenetz legte, hat eine Reduktion der CO₂-Emissionen um bis zu 86 Prozent aufgezeigt. Das Projekt zeichnet sich durch seine Technologieoffenheit und die intensive Einbindung verschiedener Akteure in dem Projektprozess aus. Derzeit wird für die Altstadt eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Machbarkeitsstudie durchgeführt.
Nils Jacobs, Leiter der Stabstelle „Stade 2040“, war bei der Preisverleihung in Hannover vor Ort und berichtet: „Die Jury lobte insbesondere unser ambitioniertes Vorgehen, trotz der Herausforderungen der Pandemie und auslaufender Förderprogramme ein Konzept für die Wärmeversorgung ihrer historischen Altstadt entwickelt zu haben.“
Ebenfalls in Hannover vor Ort war Matthias Mueller, Klimaschutzmanager der Hansestadt Stade. Er ergänzt: „Diese Ehrung ist eine bedeutende Anerkennung unserer Bemühungen, eine nachhaltige und emissionsfreie Wärmeversorgung für unsere Altstadt zu schaffen. Wir sind stolz darauf, mit unserem Konzept eine Vorreiterrolle in Niedersachsen einzunehmen. Die Auszeichnung ist nun zusätzlicher Ansporn für uns, die laufende Wärmenetzmachbarkeitsstudie möglichst zeitnah und mit einem ebenfalls positiven Ergebnis abzuschließen.“
Neben der Hansestadt Stade wurden auch andere Städte und Landkreise in Niedersachsen für ihre Klimaschutzprojekte ausgezeichnet. So erhielten unter anderem die Stadt Braunschweig und der Landkreis Göttingen als „Klimaschutz-Leuchttürme“ Preise für ihre innovativen Ansätze im Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.

