Baumnummern – Wer bin ich, wo stehe ich?
Seit 2014 lässt die Abteilung Planung und Umwelt die Bäume in den Grünanlagen der Hansestadt Stade mit Baumnummern kennzeichnen. Circa 13.000 erfasste Einzelbäume stehen in den städtischen Grünanlagen (z.B. in den Wallanlagen und entlang der Straßen). Etwa gleich hoch ist vermutlich die Anzahl der Bäume in zusammenhängenden Beständen wie am Waldrand, in Baum- und Strauchhecken und an Feldwegen. Jeder Baum in den städtischen Grünanlagen, ob jung oder alt, bekommt eine individuelle fünfstellige Nummer.
Die Kommunalen Betriebe Stade (KBS) kontrollieren zweimal im Jahr diesen Baumbestand. Jede Baumkontrolle und auch Pflegemaßnahme (ob durchgeführt oder geplant) wird in einem (digitalen) Kontrollblatt eingetragen. Auf dem Kontrollblatt stehen unter anderem das Kontrolldatum, die Baumart, das Baumalter, der Stammdurchmesser und der Gesundheitszustand des Baumes und bei erkennbaren Schäden der Gesundheitsverlauf. Als Eigentümerin von etwa 13.000 Bäumen ist diese Form der Dokumentation für die Stadt sehr wichtig, um einen Überblick über den Gesundheitszustand der zahlreichen Bäume zu haben und welche Pflegemaßnahme für den einzelnen Baum nötig ist. Die Verkehrssicherheit steht dabei an oberster Stelle.
Insgesamt fließen die Daten in das Baumkataster ein. Mit dieser individuellen Baumnummer wird die Zuordnung der Bäume im freien Gelände zukünftig wesentlich einfacher und die Nummerierung mit der Plakette vervollständigt das Baumkataster. Für die Nummer 00001 hat sich die Abteilung Planung und Umwelt die unter Naturschutz stehende 150 Jahre alte Kastanie (Naturdenkmal) hinter dem historischen Rathaus (Hinterm Hagedorn) ausgesucht. Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt, bis jeder Baum seine Plakette mit Baumnummer bekommen hat.
Baumregistrierungen gab es in Stade auch schon Ende des 17. Jahrhunderts. Die königlich schwedische Holz- und Jagdordnung für die Herzogtümer Bremen und Verden aus dem Jahr 1692 schrieb bereits vor, dass die Beamten jedes Amtes oder Klosters zum Schutz der Bäume ein richtiges Verzeichnis aller an ihrem Ort noch vorhandenen Eichen, Buchen oder anderen Holzungen neben ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit bei der königlichen Regierung einzureichen hatten. Der Anlass waren die vielen Holzdiebstähle. Um denen gegenzusteuern, hatte jedes Dorf einen Aufseher oder Holzgeschworenen zu benennen. Dieser musste nach der Verordnung Tag und Nacht Aufsicht führen und bei Schaden hatte er den Täter ausfindig zu machen. Übte der Aufseher oder Holzgeschworene sein Amt nachlässig aus oder unterließ er vorsätzlich die Verfolgung der Holzdiebe, drohten ihm Gefängnis oder andere ernstliche Strafen.
