LNG-Terminal Stade
Visualisierung des geplanten LNG-Terminals in Stade© Hanseatic Energy Hub GmbHDeutschland möchte unabhängig von russischem Erdgas werden und gleichzeitig mit der Energiewende einen Schritt Richtung Klimaneutraliät machen, um das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen zu erreichen. Ziel der Hansestadt Stade ist, einen Beitrag zu diesen bundesdeutschen Zielen zu leisten und selbst eine Drehscheibe für flüssige Energieträger aus erneuerbaren Quellen – beispielsweise Wasserstoff – zu werden. Dabei spielt das geplante Importterminal eine zentrale Rolle, weil es zunächst für verflüssigtes Erd- und auch Biogas, später aber auch beispielsweise für wasserstoffbasierte Energieträger, wie etwa Ammoniak, genutzt werden kann.
Die Hansestadt Stade ist selbst nicht Genehmigungsbehörde für das Terminal, unterstützt dessen Planung aber ausdrücklich. So erteilte der Rat im März 2022 mit breiter Mehrheit das vorzeitige kommunale Einvernehmen für das Projekt, um damit zu signalisieren, dass das LNG-Terminal vor Ort gewollt ist und den weiteren Genehmigungsprozess beim Gewerbeaufsichtsamt (GAA) in Lüneburg zu beschleunigen. Die Planungsunterlagen wurden vom Antragssteller, der Hanseatic Energy Hub, im April 2022 beim Gewerbeaufsichtsamt eingereicht. In das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren beim GAA integriert ist das Baugenehmigungsverfahren (inkl. Brandschutz), das durch die Bauaufsichtsbehörde der Hansestadt Stade bearbeitet wird.
Was für den Standort Stade spricht
Weshalb soll ein LNG-Terminal aber ausgerechnet in der Hansestadt Stade gebaut werden? Der Standort bietet zahlreiche Vorteile: So soll das Terminal im Hafen direkt im Industriepark entstehen – in direkter Nachbarschaft zu Firmen der Logistik-, Chemie- und Energiebranche. Auf diese Weise können Synergien gehoben werden. Ein Beispiel: Die industrielle Abwärme von Dow Chemical, einem Mitgesellschafter des Hanseatic Energy Hub, soll dazu dienen, das flüssige, auf minus 162 Grad Celsius gekühlte Erdgas wieder zu regasifizieren und damit den Hanseatic Energy Hub zu einem Null-Emissionen-Terminal zu machen.
Darüber hinaus kommt die Nähe zum Hamburger Hafen dem Standort Stade zugute. So können kleine Bunkerschiffe in Stade LNG aufnehmen, nach Hamburg bringen und dort beispielweise große mit LNG betriebene Schiffe betanken.
Zudem ist ein Einspeisepunkt in das nationale Gasnetz nicht weit entfernt und die Möglichkeit, die flüssigen Energieträger aus dem Umschlagterminal per Lkw oder Zug weiter zu transportieren besteht ebenfalls. Entsprechend ist der Stadtverwaltung besonders wichtig, die Anbindung des Hafens per Schiene noch weiter zu verbessern. Gespräche dazu mit dem Land Niedersachsen und dem Bund werden geführt.
Wie ist der aktuelle Stand?
Im Juli 2022 fiel die Entscheidung, dass Stade Standort eines schwimmenden LNG-Terminals, einer sogenannten Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) wird, um kurzfristig die Versorgung mit Erdgas zu sichern und Deutschland unabhängig von russischen Energieimporten zu machen. Mitte Dezember wurde der 300 Millionen Euro teure Anleger an die künftigen Nutzer, die bundeseigene Firma Deutsche Energy Terminal (DET) und die Hanseatic Energy Hub, übergeben. Am 14. März 2024 erreichte die FSRU die Hansestadt Stade und wenige Tage darauf, am 21. März, verkündigen die Gesellschafter der Hanseatic Energy Hub GmbH ihre finale Investitionsentscheidung: Das landseitige LNG-Terminal soll also gebaut werden und Anfang 2027 das schwimmende Terminal ablösen. Das landseitige Terminal steht dann neben LNG auch für grüne Gase (Bio-LNG, Synthetic Natural Gas) bereit und ist, wie oben beschrieben, für den Einsatz wasserstoffbasierter Energieträger vorbereitet. Das landseitige Terminal kann dann im Regelbetrieb etwa 15 Prozent des deutschen Gasbedarfs decken.
Durchbruch auf dem Weg zum schwimmenden LNG-Terminal

14.11.2025: Am heutigen Freitagmittag hat die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) angekündigt, eine Vereinbarung mit der Hanseatic Energy Hub (HEH) zur Fertigstellung der Suprastruktur für das geplante schwimmende LNG-Terminal in Stade unterzeichnet zu haben. Dazu äußert sich Erster Stadtrat Lars Kolk.
Genehmigung für LNG-Terminal Stade rechtmäßig

28.03.2025: Die Genehmigung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Lüneburg vom 1. November 2023 für die Errichtung und den Betrieb eines landgebundenen LNG-Terminals in Stade ist nicht zu beanstanden. Das hat das in erster und letzter Instanz zuständige Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gestern entschieden. Die entsprechende Presseinformation des Bundesverwaltungsgerichts ist auf dessen Website nachzulesen.
Bürgermeister äußert sich zur LNG-Terminal-Entscheidung

21.03.2024: Eine Milliarde Euro. So hoch ist das Investitionsvolumen für das landseitige LNG-Terminal, das nun tatsächlich gebaut wird. Bürgermeister Sönke Hartlef äußert sich zu der Entscheidung der Hanseatic-Energy-Hub-Gesellschafter.
Links
- Hanseatic Energy Hub (Offizielle Website)
- Handelsblatt: Wie Flüssiggas-Terminals grün werden wollen (Artikel, 04.02.2022)
- Energie & Management: Wo entsteht das erste deutsche LNG-Terminal? (Artikel, 28.02.2022)
- Zeit: Stadtrat in Stade stimmt geplantem LNG-Terminal zu (Artikel, 29.03.2022)
- Handelsblatt: Stade punktet im Rennen um ein Flüssiggas-Terminal (Artikel, 29.03.2022)
- Hamburger Abendblatt: Rasante Entwicklung beim LNG-Terminal in Stade (Artikel, 13.01.2023)
- Hamburger Abendblatt: Anleger für LNG-Terminal in Stade fertig, Start 2024 geplant (Artikel, 16.12.2023)
- NDR: LNG-Terminal in Stade soll bis Ende März den Betrieb aufnehmen (Artikel, 21.02.2024)
- Welt: Wo die Energie der Zukunft ankommt (Artikel, 06.03.2024)
- Welt: Nun wird Stade zu einer deutschen Energie-Drehscheibe (Artikel, 21.03.2024)