Öffentliche Maßnahmen
Die öffentlichen Maßnahmen bilden das Herzstück eines Sanierungsgebietes, denn diese Investitionen kommen allen zugute und leisten daher einen besonders großen Beitrag zur Aufwertung der Stadt und ihrer Freiräume.
Die einzelnen Vorhaben resultieren aus den in den vorbereitenden Untersuchungen festgestellten Missständen und werden im Rahmenplan entsprechend weiterentwickelt. Das Geflecht aller Maßnahmen bildet ein umfangreiches Paket, mit welchem eine maßgebliche Verbesserung des Stadtbildes und auch der Qualität des Lebens in der Stadt erreicht werden soll. Vorhandene Qualitäten werden erhalten und durch neue ergänzt.
Im Folgenden stellen wir Euch unsere laufenden und abgeschlossenen Maßnahmen vor. Bei den laufenden Maßnahmen besteht am Ende jeweils die Möglichkeit, Euch in eine Mailing-Liste einzutragen, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben.
Geplante und laufende Maßnahmen:
Sanierung der Bungenstraße
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Die Bungenstraße ist eine der wohl malerischsten Wohnstraßen in der Stader Altstadt. Historische Bauten säumen sie zu beiden Seiten – einige davon wurden schon mit Fördermitteln aus der Altstadtsanierung modernisiert oder instandgesetzt. Nun ist es an der Zeit, auch die Straße selber aufzuwerten.
Die Planung ist ein Balanceakt zwischen Historie und Barrierefreiheit, aber diese Herausforderung nahm das Planungsbüro arbos im Vorentwurf (s. Rendering) gerne an und erarbeitete so ein neues Gesicht für die Bungenstraße, das sich trotz seiner Neuerungen harmonisch in die Bebauung rechts und links der Straße integriert. Die weitere Planung ab dem Entwurf übernimmt die Ingenieurgesellschaft Niederelbe.
Im August 2025 wurden die Anwohnenden sowie die Eigentümerinnen und Eigentümer zu einer Beteiligungsveranstaltung eingeladen, deren Ergebnisse wir unter dem Reiter "Vergangene Veranstaltungen" veröffentlicht haben.
Die Präsentation vom Beteiligungstermin könnt Ihr hier herunterladen: Präsentation Bungenstraße
Im Folgenden informieren wir Sie über den derzeitigen Stand der Planung:
Von einer Absetzung der Fußwege mittels eines Hochbords wird weiterhin Abstand genommen. Die Fläche soll dadurch möglichst flexibel nutzbar bleiben und sich einfach an geänderte Bedürfnisse des Straßenverkehrs anpassen können. Eine Reduzierung der Stellplätze kommt dem Straßenbild optisch zugute und bedeutet gleichzeitig weniger Engstellen, an denen sich Fußgänger:innen, Radfahrende und Autos in die Quere kommen können. Zur Abgrenzung der Stellplätze zum Fußweg ist eine erhöhte Umrandung vorgesehen, durch die ein Zuparken des Gehweges, wie es derzeit häufig vorzufinden ist, verhindert wird.
Dank der Regenwasserführung in der Straßenmitte können die neuen Fußwege mit weniger Gefälle zur Straße hin ausgebildet werden. In Abstimmung mit den Behinderten- und Schwerbehindertenvertretern der Hansestadt Stade und dem Sozialverband VdK Deutschland e.V. wurde für die Fußwege ein Pflaster in kleinerem Format gewählt, um die Fugenbreite und damit die Erschütterungen mit dem Rollstuhl oder Rollator zu verringern. Die finale Entscheidung über die Materialität steht noch aus. Taktile Leitelemente und gesägte Steine im Bereich der neuen Straßenquerungen ermöglichen ein sicheres, barrierearmes Überqueren der Straße.
Durch eine geschickte Anordnung der verbleibenden Stellplätze und eine Verringerung der Fahrbahnbreite für den PKW-Verkehr wird auf der südlichen Seite der Bungenstraße durchgehend eine Gehwegbreite von 1,80m erreicht. Vor Engstellen sind Aufstellflächen geplant, die ein sicheres Passieren entgegenkommender Personen sicherstellen. Der nördliche Gehweg erhält eine Breite von durchgehend mindestens 1,20m.
In Summe kann die Neugestaltung der Bungenstraße maßgeblich zur barrierefreien Erreichbarkeit der Innenstadt beitragen und künftig zum Vorbild für ähnlich geartete Wohnstraßen im Umfeld werden.
Interessant zu wissen: Aktuell ist die Bungenstraße die letzte Straße in Stade, in der das Abwasser aus den Häusern und das aufgefangene Regenwasser in der gleichen Leitung fließen. Diese sogenannte Mischwasserleitung bereitet zunehmend Probleme und wird daher im Rahmen der Sanierung ersetzt.
Die Planung ist vielversprechend: Die „neue“ Bungenstraße kann viel flexibler den zukünftigen Bedürfnissen ihrer Nutzer:innen gerecht werden. Der Abbau von Barrieren macht die Straße endlich für alle nutzbar – für mobilitätseingeschränkte Personen wird damit ein weiterer Teil der Altstadt erschlossen. Und zu guter Letzt: Wenn auch vieles neu ist, so bleibt doch das historische Erscheinungsbild der Straße erhalten.
Neugestaltung des Stadteingangs Schiffertor
© arbos landscapeDer Stadteingang Schiffertor ist ein rege genutztes Drehkreuz auf dem Stader Altstadtring. Anschließend an die Neuerrichtung des Kreisverkehrs sollen im Zuge der Altstadtsanierung die angrenzenden Freiräume umgestaltet werden.
Der Entwurf stammt aus der Feder des Freiraumplanungsbüros arbos landscape aus Hamburg und sieht im Wesentlichen drei Bauabschnitte vor.
Im ersten Bauabschnitt geht es schwerpunktmäßig um die Nutzung der Wasserlage am Backeltrog. Die dort vorhandene Steganlage wird von einzelnen Personen im Sommer für die Mittagspause genutzt, liegt ansonsten aber eher versteckt und stellt keinen Bezug zwischen der Wasserebene und dem Straßenniveau her. Um das zu ändern, soll hier eine Freitreppe errichtet werden, die mit einem großzügigen Podest am oberen Ende auch den Aufenthalt für mobilitätseingeschränkte Personen ermöglicht. Durch eine Ergänzung mit Begrünung und Verschattung kann so ein qualitativ hochwertiger Aufenthaltsort entstehen.
Der zweite Bauabschnitt befasst sich mit den Flächen, die den Stadteingang im Übergang zur Altstadt säumen: Die Fläche vor der alten Schiffertorsapotheke und der Raum rund um das Börnewehr. Mit mikroklimatisch wirksamen Grüninseln wird der Raum nicht nur ökologisch aufgewertet, sondern auch optisch gefasst. Durch die Schließung der Unterführung unter der Wallstraße entsteht am Börnewehr ein neuer kleiner Stadtplatz als Ankunftsort mit möglicher Außengastronomie. Rund um die Grünflächen werden Sitzgelegenheiten angeordnet, die besonders im Sommer ein schattiges Plätzchen zum kurzen Verweilen bieten.
Im 1. Quartal 2026 soll eine Anliegerinformation durchgeführt werden.
Der dritte Bauabschnitt lässt sich aus den Mitteln der Altstadtsanierung nicht mehr finanzieren, soll hier aber auch kurz Erwähnung finden. Parallel wird die Akquise von Fördermitteln aus anderen Programmen versucht.
Den Kern dieses letzten Bauabschnittes bilden die Unterführungen unter der Wallstraße und der Schiffertorsstraße. In ökologischer Hinsicht stellen diese Barrieren dar, die es abzubauen gilt. Da sie ohnehin wenig genutzt werden und vielfach als Angsträume wahrgenommen werden, sollen sie geschlossen und das Ufer mittels einer Steinschüttung mit Anpflanzungen renaturiert werden. Die Pflanzen können per Glasfaser mit Licht versorgt werden.
Die drei Bauabschnitte bilden jeweils unterschiedliche Themenbereiche ab, die sich gegenseitig ergänzen. Wir hoffen daher, das Gesamtkonzept umsetzen zu können.
Abgeschlossene Maßnahmen:
Bolzplatz Erleninsel
Die Erleninsel mit neuem Gesicht! - Die in der Vergangenheit oft matschige Fläche des Bolzplatzes Erleninsel ist ein Ort mit ganz besonderem Potenzial – gestalterisch, aber auch soziologisch. Es war an der Zeit, den Platz wetterfest und attraktiv zu gestalten und so wurde das Landschaftsarchitekturbüro YLA mit der Planung der Maßnahme beauftragt.
Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt: Das alte Fußballfeld wurde mit Kunstrasen versehen, durch den der Platz auch nach schlechtem Wetter schnell wieder nutzbar ist. Außerdem sind Masten mit solarbetriebenen Strahlern installiert, die bis 22 Uhr bei Bewegung auf dem Platz Licht ins Dunkel bringen. Ergänzt wird die Anlage durch ein neues Streetballfeld mit einem Kunststoffbelag aus recycelten Autoreifen. Aber Recycling ist nicht das Einzige, was hier für die Natur getan wird: Durch diverse Pflanzen sowie Totholzstapel werden die Grünflächen an der Schwinge vor allem für Insekten zum neuen Lebensraum.
Abgerundet wird das Projekt durch wegbegleitende Sitzmöglichkeiten, die gleichzeitig einen Prallschutz für die Bälle bilden und damit die Passant:innen schützen. Das Projekt wurde im Mai 2024 fertiggestellt.
