Kommunale Wärmeplanung
Die Wärmeversorgung in der Hansestadt Stade soll künftig mit regenerativen Quellen erfolgen© Thomas Breher / PixabayWie hoch ist der Wärmebedarf in Stade – jetzt und in Zukunft? Wo bestehen Energieeinsparpotentiale im Gebäudebestand? Welche Stadtgebiete eigenen sich für eine zukünftig zentrale Wärmeversorgung mit einem Wärmenetz und welche Gebiete eigenen sich für eine dezentrale Wärmeversorgung?
Diese Leitfragen für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung von Stade sind Kernthemen des nun vorliegenden kommunalen Wärmeplanes. Als langfristige und strategische Planung für die lokale Wärmewende zeigt er auf, wie sich Stade bis 2040 klimaneutral mit Wärme versorgen kann.
Zusammengefasst: Kommunale Wärmeplanung in Stade auf einen Blick
- Die Hansestadt Stade hat Ende März ihren Kommunalen Wärmeplan beschlossen. Damit ist sie in Deutschland eine der Vorreiter-Kommunen.
- Interaktive Karte auf dieser Seite zeigt, wo in Stade welche Wärmelösungen möglich sind
- Der Kommunale Wärmeplan zusammengefasst:
- Ziel: Klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 – Ausstieg aus fossilen Energien.
- Aktueller Stand: 90% des Wärmeverbrauchs in Stade entfallen auf die Industrie; Haushalte und Gewerbe benötigen jährlich rund 835 GWh (Stand 2021).
- Sanierungspotenzial: Verdopplung der Sanierungsquote könnte den Wärmebedarf bis 2040 um über 12 % senken.
- Erneuerbare Wärmequellen: Geothermie, Umweltwärme, Biomasse und Abwärme bieten mehr Potenzial als benötigt.
- Szenarien: Zwei Varianten – mit und ohne Altholzkraftwerk Bützfleth. Je nach Szenario könnte die Fernwärme bis zu 54 % des Bedarfs decken.
- Rechtliches: Der kommunale Wärmeplan ist nicht verbindlich – bietet aber Orientierung für Eigentümer*innen und Planer*innen.
- Der komplette Abschlussbericht zur Wärmeplanung steht ganz unten auf dieser Seite zum Download bereit.
Die Kernergebnisse des kommunalen Wärmeplans
Stader Wärmeinfrastruktur - Bestand und Potentiale:
Stade ist stark geprägt durch die ansässige Industrie. Dies spiegelt sich auch in dem Wärmesektor wieder, da fast 90% des Endenergieverbrauches an Wärme in der Industrie benötigt werden.
Die restlichen 10% des Endenergieverbrauches an Wärme werde in Haushalten, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie in kommunalen Liegenschaften genutzt, was im Jahr 2021 immerhin ca. 835 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a) an Wärmeenergie entsprach. Diese Wärmeenergie stammt überwiegende aus fossilen Energieträgern - Erdgas allein deckte dabei über 70% des Wärmebedarfes – und erzeugte fast 223.000t pro Jahr Treibhausgasemissionen.
Die künftigen Wärmebedarfe wurden auf der Grundlage zusammengefasster Verbrauchsdaten unter Beachtung des Datenschutzes für die Hansestadt Stade ermittelt. Dafür wurden zwei Szenarien der energetischen Gebäudesanierung betrachtet.
Wird wie bisher jährlich 0,6% Prozent der Gebäude mit weniger guter Dämmung oder älterer Heiztechnik energetisch saniert, könnte der Wärmebedarf bis 2040 gegenüber 2021 um rund 8% Prozent auf 771 GWh/a sinken. Verdoppelt man die Ambitionen bei der energetischen Gebäudesanierung auf 1,2% der Gebäude, kann bis 2040 der Wärmebedarf auf 732 GWh/a sinken, was eine Reduktion von über 12% bedeuten würde.
Mehr Potentiale für erneuerbare Wärme als Wärmebedarf
Der kommunale Wärmeplan zeigt, dass in Stade künftig nachhaltige und regenerative Wärmeenergie genutzt werden kann. Aus Geothermie, Biomasse, Umweltwärme aus Gewässern und der Luft oder Abwärme aus der Industrie, Abwässern oder auch aus dem projektierten Altholzkraftwerk kann eine diversifizierte sowie technisch und ökonomisch sinnvolle Wärmeversorgung aufgebaut werden. Dabei übersteigen die technischen Potenziale zum Erzeugen erneuerbarer Wärme deutlich den ermittelten jetzigen und zukünftigen Wärmebedarf.
Zwei Szenarien für die Wärmenetzentwicklung
Das zentrale Element der kommunalen Wärmeplanung ist die Ermittlung von Gebieten, die für eine Erweiterung oder eine Neuerrichtung von Wärmenetzen in Frage kommen oder die für die Errichtung von Einzelheizungen geeignet sind. Für Stade wurden diese Gebietskulissen in zwei Szenarien abgebildet, wobei in dem einen Szenario die Fernwärmeversorgung ohne und in dem anderen Szenario die Fernwärmeversorgung mit dem projektierten Altholzkraftwerk in Bützfleth erfolgt. In dem ersten Fall wurde ermittelt, dass bis 2040 die Fernwärmeversorgung 39% des Wärmebedarfes decken könnte. Die restlichen 61% werden durch Einzelheizungen – wobei hier der Wärmepumpe der Löwenanteil zukommt- bereitgestellt. Im zweiten Fall liegt der Fernwärmeversorgungsanteil sogar bei 54%.
Auf der folgenden interaktiven Karte sind die unterschiedlichen Stadtgebiete nach deren Eignung für Wärmenetze dargestellt. Durch Anklicken jeweiligen Teilgebiete können Sie Teilgebietssteckbriefe öffnen, aus den Sie sowohl Informationen zur aktuellen als auch die mögliche zukünftige Wärmeversorgungsinfrastruktur erhalten können. Insbesondere wird Ihnen dargestellt, ob Ihr Gebiet für ein Wärmenetz wahrscheinlich bzw. sogar sehr wahrscheinlich geeignet ist oder welche Optionen Sie für gebäudeindividuelle Heizungen haben:
Wo konkret Wärmenetz errichtet und ausgebaut werden, ist bestimmt von weiteren detaillierten Gebietes- und Wärmequellenuntersuchungen sowie einem Entscheidungsprozess im Dialog zwischen der Politik, Fachexperten, Energieversorgern, ansässigen Unternehmen, der Stadtverwaltung sowie natürlich den Stader Bürgerinnen und Bürgern. Das Einbringen jedes einzelnen ist dabei wichtig, um die Wärmewende in Stade erfolgreich umzusetzen.
Aktuelles zur Wärmeplanung in Stade
Hansestadt Stade veröffentlicht kommunalen Wärmeplan

23.05.2025: Wie kann ich künftig mein Haus klimafreundlich beheizen? Diese Frage beantwortet der kommunale Wärmeplan der Hansestadt Stade. Interessierte finden alle wichtigen Informationen auf der städtischen Website.
Beschlüsse aus dem Rat der Hansestadt Stade

02.04.2025: Der Rat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Ziel ist, die Wärmeversorgung in Stade langfristig klimafreundlich und zukunftssicher zu gestalten. Der Plan zeigt auf, wie durch den Ausbau von Wärmenetzen und den Einsatz erneuerbarer Energien die CO₂-Emissionen im Gebäudebereich bis 2040 um bis zu 92 % gesenkt werden können.
Kommunale Wärmeplanung: Stade einer der Vorreiter

13.10.2023: Die kommunale Wärmeplanung und die damit verbundene Dekarbonisierung der Wärmeversorgung werden derzeit viel diskutiert. Die Hansestadt Stade zählt zu den Vorreitern bei der kommunalen Wärmeplanung – aus gutem Grund.
Häufig gestellte Fragen
Inhalte, Ziele und Ablauf der kommunalen Wärmeplanung (KWP)
Auswirkungen der Kommunalen Wärmeplanung auf Bürger und Gesetze
Wärmelösungen und technische Fragen
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